Casino, Hessisches Innenministerium

modernisierung

Auftraggeber:
Hessisches Baumanagement, Wiesbaden

Ausgewählt für den Tag der Architektur 2009

Veröffentlicht in Baunetz, AIT, Baumeister

Fertigstellung 2008

Seit dem Neubau im Jahr 1964 wurde das Casino unverändert betrieben. Der Charme der 1960er-Jahre mit Kunststoff-Holzpaneeldecken und integrierten Leuchtstoffröhren, beigefarbenem Linoleum und Buchenholzstühlen sollte einer modernen und hellen Gestaltung weichen, so der Bauherrenwunsch.

Konzeptionell ist der Entwurf für die Kantine in 2 Bereiche gegliedert:
1. Der in weißen und hellen Farbtönen gehaltene Ausgabebereich symbolisiert die Frische und Sauberkeit der Speisen und der Essenszubereitung.
2. Der in warmen Sand- und Holztönen gestaltete Sitzbereich vermittelt als Oase des Entspannens einen Moment der Ruhe.

Über dem Ausgabetresen schwebt eine ca. 25 m lange und 3 m hohe, direkt auf Plexiglas gedruckte Fotomontage mit Gräsern und Pflanzen in sattem Grün. Dies unterstreicht die Kraft der Natur, das Wachstum und natürlich die wohlschmeckende Gesundheit der hoffentlich immer leckeren Speisen. Im Gegensatz zum vertikalen Furnierbild der Wandverkleidung sind die mit Zebranoholz belegten Sitzflächen der Stühle horizontal furniert.

Im Anforderungsprofil wurde vom Bauherrn explizit ein weitgehend fugenloser Bodenbelag gewünscht, jedoch kein Linoleum- oder PVC-Belag. Im Zuge der diesbezüglichen Recherche kristallisierte sich der damals neue Micro-Terrazzo-Bodenbelag von Ardex sowohl in gestalterischer wie auch technischer Hinsicht als besonders geeignet heraus. Für Ardex war dieses Bauvorhaben ein Pilotprojekt. Zum ersten Mal wurde das neue Produkt auf einer Fläche dieser Größenordnung verlegt.

Der helle Sandton des Bodens verbindet die beiden Bereiche der Kantine perfekt miteinander. Die wenigen vorgegebenen Fugen sowie die hochwertige und klassische Terrazzo-Oberfläche unterstützen die optisch und haptisch an die Natur angelehnten Assoziationen zusätzlich.

Während der Bauzeit war die Kantine durchgehend geöffnet. Die Arbeiten erfolgten in zwei Bauabschnitten, wobei der Raum durch eine mittig verlaufende, zum Teil durchsichtige und variable Wand getrennt wurde.